Projekt: Whisky 2027
Für die Herstellung eines Whisky´s benötigt man neben Zeit und viel Geduld vor allem die Liebe zum Detail, Experimentierfreudigkeit und eine klare Vision.
Unser Ziel: in drei Jahren einen bayrischen Whisky aus eigener Produktion genießen zu können.
Gegenüber den Obstbränden ist die Verarbeitung von Getreide in der Brennerei anspruchsvoller, da Getreide keinen direkt vergärbaren Zucker enthält.
Getreide besteht in erster Linie aus Stärke, welche erst durch einen separaten Prozess (Verkleisterung, Verflüssigung, Verzuckerung) in Maltose und Glucose Zucker aufgeschlossen werden muss.
Erst danach kann die daraus gewonnene Getreidemaische mithilfe von Reinzuchthefen vergoren werden, um den darin enthaltenen Zucker in Alkohol umzuwandeln.
Anschließend erfolgt die Destillation und der weitere Ausbau.
Damit der Getreide- oder Kornbrand auch wirklich als Whisky bezeichnet werden darf, muss dieser für mindestens drei Jahre in einem Holfzass gelagert werden, und einen Alkoholgehalt von mindesten 40%vol. aufweisen.
Zur Verarbeitung werden sowohl die Getreiderohfrüchte als auch die jeweiligen gemälzten Getreidesorten aus z.B. Weizen, Gerste, Roggen, Hafer oder Mischungen dieser Arten verwendet.
Die geschmackliche Vielseitigkeit der Getreidesorten wird durch die unterschiedlichen Malztrocknungsverfahren, ob einfach getrocknet, geräuchert (Torf, Buche) oder geröstet ergänzt.
Die Destillatlagerung und der aromatische Ausbau erfolgt sowohl in neuen als auch in bereits vorbelegten Fässern mit z.B. Sherry, Bourbon oder Rum. Ebenfalls hat die verwendete Holzart sowie der Toastungsgrad der Fässer als auch der Lagerort einen Einfluss auf das spätere Bukett unseres Whiskys.
Den "Angels´share" also den Anteil an die Engel - das ist der im Laufe der Lagerung aus den Fässern verdunstete Teil Alkohol, sind wir gerne bereit zu teilen, wenn sie dafür ein Auge auf unser Vorhaben werfen.
Den Startschuss zur eigenen Whiskyproduktion hatten wir bereits im letzten Jahr gegeben. Zusammen mit der Firma Arnold Holstein erweitern wir nach und nach unsere Brennereieinrichtungen, mit dem Ziel in 2024 zum ersten Mal Getreide brennen zu können.
Nach den vorgeschriebenen drei Jahren Lagerung, freuen wir uns dann im Jahr 2027 auf einen hoffentlich feinen bayerischen Whisky aus eigener Produktion.
Unser Whisky...
Schritt für Schritt…. machen wir uns auf den Weg!
Schritt für Schritt…. machen wir uns auf den Weg!
Die Anlage der Firma Holstein zur Verarbeitung von Getreide – ein 750 Liter Einmaischbehälter mit 18KW Elektroheizung - wurde uns im Februar 2024 angeliefert. Im März starteten wir sogleich mit unseren Umbaumaßnahmen - also mit einer Kernbohrung vom Obergeschoß zur Brennerei und danach die Verrohrungen und Anschlüsse an die bestehende Brennerei samt einer neuen Schlempepumpe. Im April wurden alle Starkstrom- und Elektroanschlüsse verlegt, sodass wir auch den ersten „Aufwärm-Test“ vornehmen konnten – die Anlage war nun bereit für ihren ersten Einsatz.
Unsere Suche nach dem passenden Brennmalz endete bei der Firma Weyermann - eine der größten Mälzereien hier bei uns in Bayern.
Anhand der unterschiedlichen Aromaeigenschaften und Ausprägungen der vielen verschiedenen Malzsorten habe ich mir schließlich zwei Malze ausgesucht, mit denen ich meinen Whisky versuchen möchte - dem Münchner Malz Typ2 und dem Carared einem sog. Karamell-Malz. Diese wurden uns im Mai dann angeliefert, sodass wir am 22. Mai mit dem ersten Einmaischen von 100kg reinem Gersten Malz starten konnten.
Das Getreide wurde in 400 Liter kaltem Wasser vorgelegt und danach auf ca. 70°C aufgeheizt. Bei dieser Temperatur verkleistert das Getreide mit Wasser und nach ca. 30 Minuten „Verflüssigungsrast“ löst sich die Stärke gleichsam im Wasser.
Danach wird auf ca. 55°C runtergekühlt, um die Stärke Moleküle mit Hilfe von Enzymen in vergärbaren Zucker (Maltose und Glukose) aufzuspalten – die sog. „Verzuckerung“. Wie bei Obstmaischen muss auch hier der PH-Wert kontrolliert und ggf. mit Säure auf 4,5 – 5,0 korrigiert werden. Im Anschluss wird die Maische weiter auf ca. 25°C runtergekühlt und anschießend die speziellen Reinzuchthefen hinzugeben.
Schritt für Schritt…. machen wir uns auf den Weg!
Nach 4-5 Tagen ist die Gährung abgeschlossen und es kann gebrannt werden.
Für die mehr als 500 Liter habe ich 6 Brände angemeldet und am 27. Mai abgebrannt. Heraus kamen ca. 42 Liter hochprozentiger Alkohol mit ca. 75%vol. Ins Fass darf der Alkohol aber nicht so hochprozentig, sodass dieser erst auf ca. 60% runtergesetzt werden muss.